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Die Weite eines Landes hatten wir schon während der Zugfahrt durch Sibirien erfahren. In der Mongolei kam die Stille hinzu. Wir haben uns bei Golden Gobi eine 3-tägige Tour ausgesucht und am Montag ging es los. Ein Auto, ein Fahrer, eine englischsprachige Guide, und wir zwei. Ziel war es, das Leben der Nomadenfamilien sowie die Landschaft kennenzulernen. Hat auch beides gut funktioniert.

Eine Nomadenfamilie, die tatsächlich mit den Tieren noch rumzieht, hat im Jahresverlauf meist vier verschiedene Plätze - für Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Hierfür wählt sie aber jedes Jahr die gleichen. Die Weite des Landes wird nicht durch den Staat reglementiert. Jede Nomadenfamilie kann lagern, wo sie möchte. Und jeder Mongole bekommt vom Staat auch ein eigenes Stück Land, wenn er das möchte. Kostenlos. Kein Wunder - die Regierung ist froh, wenn nicht alle nach UB kommen.

Doch das Leben der Nomaden ist längst nicht mehr so entbehrlich, wie man sich das vielleicht vorstellt. Ihre Zelte, die sogenannten Jurten, sind alle mit Strom ausgestattet, der entweder aus dem öffentlichen Netz kommt oder mit Sonnenkollektoren und kleinen Windrädern erzeugt wird. So können sogar Waschmaschinen mitten im Nirgendwo betrieben werden. Die geräumigen Zelte, in denen man problemlos stehen kann, sind einfach aber praktisch eingerichtet, teilweise gibt es sogar richtige Betten und Kommoden. Das Vieh wird mit einem Moped eingetrieben. Oft haben wir auch feste Lager gesehen, bestehend aus mehren Jurten und kleinen Häusern nebeneinander.

Nichtsdestotrotz ist das Leben einfach und teilweise beschwerlich, vor allem im Winter. Schon jetzt war es nachts ganz schön kalt, trotz des aus Mist entfachten Feuers. Was das Leben von unserem jedoch am meisten unterscheidet, ist der Tagesrhythmus, das Leben mit den Tieren. Und zwar tagein, tagaus das gleiche, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Kein Kino, kein Schwimmbad, kein Theater, nicht mal abends mit Freunden was trinken gehen. Und fließend Wasser gibt es natürlich auch nicht (d.h. Plumpsklo). Kein Wunder, dass es die aktuelle Elterngeneration häufig in die Städte zieht. Enkel bleiben meist mit den Großeltern auf dem Land. Die Kinder haben alle den Eindruck gemacht, als ob sie ihr Leben lieben, mal sehen, wie es in ein paar Jahren aussieht, wenn sie durch den Schulbesuch im nächstgelegenen Ort ein anderes Leben kennenlernen.

Die Ernährung ist tatsächlich geprägt von Hammelfleisch und sonstigen Produkten auf Milch-Basis aus eigener Herstellung. Es war aber definitiv besser als befürchtet ;-)

Die Landschaft rund um Ulan-Bator ist geprägt von Weidehügeln, Felsformationen, Wald, Schaf- und Ziegenherden, Kühen, Pferden und immer wieder vereinzelte Jurten. Von weitem sieht es häufig sehr wüstenähnlich aus, nur anstatt Sand handelt es sich eben um Gras. Was haben wir genau gemacht in den drei Tagen? Wir haben einige Hügel erklommen, Felsen bestiegen, buddhistische Klöster in der Einsamkeit besichtigt, Kühe gemolken, einen Pferdeausritt unternommen, mit unserem Guide Canasta gespielt. Und nachts der Stille gelauscht. Außer Pferdeschnauben war beim besten Willen nichts zu hören. 

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