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Sie redet und redet und redet. Eine Stunde lang ununterbrochen. Ohne Punkt und Komma. Chinesisch. Es klingt wie auswendig gelernt. Rezitiert sie die chinesische Geschichte, den Tagesablauf oder Maos Manifest. Wir wissen es nicht. Wir werden es nie wissen. Den letzten und heißesten Tag unserer Reise widmen wir den Ming-Gräbern und der chinesischen Mauer. Um dorthin zu kommen, haben wir uns einer chinesischen Reisegruppe angeschlossen. Die mitteilungsbedürftige Frau ist die Reiseleiterin. Sie hat die Leute im Griff. Wir bekommen immer kurze extra Anweisungen auf englisch, dass wir auch bloß nicht die Abfahrtszeiten verpassen. Die Gruppe ist sehr diszipliniert. Die Sitzplätze im Bus werden automatisch von vorne her gefüllt. Kein Platz bleibt leer. Alle sind bei jedem Stopp überpünktlich zurück. Wir können immer früher abfahren als geplant. In jede Schlange reihen sich alle geduldig ein, ohne sich über Sinn und Grund Gedanken zu machen, zumindest lassen sie sich nichts anmerken. Das haben wir schon die letzten Tage beobachtet. Wenn von zwei Türen nur eine geöffnet ist, stellen sich alle brav an und drängen sich durch die schmale Öffnung, keiner versucht einen anderen Weg.

Zurück zum Ausflug. Die Ming-Gräber haben bei uns weniger Eindruck hinterlassen, die Mauer schon. Sie schlängelt sich steil über die Bergrücken, bietet einen pittoresken Anblick. Auch wir waren damit bei der meistbesuchten Sehenswürdigkeit der Erde. Sie war definitiv ein würdiger Abschluss dieser Reise.

Wir schlendern an einem malerischen See entlang, setzen uns in eines der Open-Air-Restaurants mit Blick auf das Wasser und essen eine Kleinigkeit. Danach laufen wir weiter und entdecken ein kleines Café mit einer Liveband. Wir überlegen, ob wir uns gleich nochmal setzen sollen, gehen aber erstmal weiter. Schon nebenan eine Kneipe mit ebenfalls Livemusik. Daneben ein Restaurant mit zwei Gitarristen und Sänger, dann ein Bistro mit einem Sänger am e-Piano. Um diesen See ist Kneipe, Cafe oder Restaurant dicht an dicht und in jedem, wirklich jedem Livemusik. Insgesamt weit mehr als 50. Und das alles sehr malerisch um einen See und den anschließenden Kanal. Wir waren jetzt den zweiten Abend dort und sind immer noch begeistert. Das hatten wir in Peking nicht erwartet. In Sachen Abendgestaltung gibts 100 Punkte.