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Irkutsk ist wie alle Städte Sibiriens noch nicht besonders alt. Wir sind auf zwei Stile von älteren Häusern gestoßen. Alte eher kleinere Holzhäuser aus den Anfängen der Stadt und größere prächtigere Steinbauten aus dem 19. Jahrhundert. Die Holzhäuser sind Zeugen der Geschichte, waren auch ehemals reich verziert, werden aber heute kaum mehr genutzt, bzw. sind sie gar dem Verfall Preis gegeben. Anders verhält es sich bei den zahlreichen reich verzierten Steinhäusern des 19. Jahrhunders. Sie verleihen Irkutsk sein heutiges Flair - das einer bürgerlichen, reichen Stadt mit viel Kultur, nicht so prächtig wie Moskau, nicht so geschäftig wie Jekaterinburg. Moderne Hochhäuser oder Stalins Zuckerbäckerbauten fehlen gänzlich. Kirchen gibt es auch in Irkutsk zu sehen, jedoch prägen sie das Stadtbild nicht so sehr wie in Moskau. Die Stadt hat gute Zeiten hinter sich und zehrt von dieser Architektur. Gerade in letzter Zeit wurde aber auch ein beträchtlicher Teil der Gebäude renoviert und erstrahlt in altem Glanz. So stehen Häuser gleichen Baustils in der renovierten Variante neben Häusern, wo Stuck und Verputz doch arg bröckeln. Man kann ihnen die Hoffnung, sie mögen doch auch bald an der Reihe sein, förmlich ansehen. Dazwischen fahren viele Kleinbusse und Straßenbahnen in alle Richtungen, welche eher zu den unrenovierten Häusern passen. Die Menschen auf der Straße jedoch wollen wohl mit ihrer Eleganz den alten Glanz der Stadt wiederbeleben.

Was der Stadt fehlt, zumindest jetzt im Sommer, sind Straßencafés, doch diesem Thema widmen wir nen eigenen Artikel.

Wir waren heute morgen überrascht, wie schick die Kinder hier in Irkutsk gekleidet sind. Kleine Jungs trugen festliche Anzüge inkl. Krawatte, Mädchen hatten hübsche Kleider an und das Haar aufwändig geschmückt. Da haben wir überlegt und kombiniert: es handelt sich offensichtlich um den ersten Schultag. Der Tag ist wie bei uns auch in Russland ein Fest. Die Kinder bringen Blumen mit in die Schule und feiern am Nachmittag mit der Familie. Gerade sitzen wir am Baikalsee auf der Terrasse eines Cafés. Drinnen feiert eine Familie den Schulbeginn der Tochter.

An normalen Tagen unterscheidet sich der Dresscode in den Städten, die wir bisher besucht haben, kaum von deutschen Städten. Oder anders gesagt, wir fallen hier überhaupt nicht durch unsere Kleidung auf, werden häufig auf russisch angesprochen und beispielsweise nach dem Weg gefragt. Wenn wir zu erkennen geben, dass wir kein russisch verstehen, sprechen viele trotzdem weiterhin russisch mit uns. Englisch ist auch in Hotels oder Restaurants nur sehr spärlich anzutreffen. Es reicht zum Bestellen, zum Ordern der Rechnung, das wars aber auch schon.

Auch 90 Jahre nach seinem Tod ist Lenin in Russland immer noch sehr präsent. Sowohl in Moskau, Jekaterinburg und Irkutsk ist je eine der größten Statuen diejenige von Lenin. Bedeutende Plätze sind nach ihm benannt. Das Lenin-Mausoleum in Moskau ist jedoch wegen eines Militärfestivals derzeit nicht öffentlich zugänglich.

Wikipedia: Irkutsk ist die Hauptstadt des russischen Oblask Irkutsk am einzigen Abfluss des Baikalsees, der Angara.

In Irkutsk machen wir einen Stopp vom 31. August bis 04. September. Laut diverser Reiseführer ist Irkutsk die schönste Stadt Sibiriens. Die erste und die letzte Nacht verbringen wir direkt in Irkutsk. Dazwischen fahren wir noch mit irgendeinem Bus an den Baikalsee.

Viel wussten wir nicht über Irkutsk. Ich kannte es vom Brettspiel "Risiko". Es liegt in Sibirien. Das wars.

Sibirien ist da schon eher ein Begriff. Sibirien hat einen Klang. Ist ewig groß, kalt, ab vom Schuss. Hier wohnt so gut wie niemand. Flüsse gefrieren im Winter. Diesen "Fleck" Erde wollen wir bereisen. Und machen Stopp in Irkutsk. In der Stadt wohnen dann doch ein paar Menschen. Über 500.000. Fast so groß wie Frankfurt also.

Mitten in Sibirien liegt Irkutsk allerdings nicht, sondern ziemlich weit südlich, für sibirische Entfernungen nahe der Grenze zur Mongolei. Weil wirklich Mitten in Sibirien wirklich kaum mehr Menschen wohnen.