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Alles ist relativ. Das wissen wir seit Einstein. Die Zeit zum Beispiel ist nur in Kombination mit ihrem Ort gültig. Ändert sich der Ort, so ändert sich auch die Zeit. Auf unserer Reise durchfahren wir sieben Zeitzonen. Manche überqueren wir an Landesgrenzen, andere irgendwo in Russland. Genau wissen wir nur bei den Städten, zu welcher Zeitzone sie gehören. Deshalb wird innerhalb Russlands die Uhrzeit der Transsib immer in Moskauer Zeit angegeben. Kurzzeitig waren wir bei Erhalt der Tickets auch verwirrt, weil wir laut Fahrkarte in Irkutsk mitten in der Nacht losfahren sollten, aber eben nur nach Moskauer Zeit. Obwohl das Thema Zeit so wichtig ist, hatten wir vergessen eine analoge Uhr mitzunehmen, deren Zeit wir selbst beeinflussen können. Wir haben daher gleich in Warschau eine gekauft. Jana trägt sie an einer Kette um den Hals. Sie zeigt uns immer die Moskauer Zeit. Sie stimmt mit der Uhr im Zug und mit den Uhren an den Bahnhöfen Russlands überein, auch dort wird nämlich immer Moskauer Zeit angezeigt. Janas Handy haben wir verboten, sich selbstständig umzustellen. Es zeigt immer deutsche Zeit an. Roberts Handy bezieht die Uhrzeit aus dem Handynetz. Es stellt sich daher immer automatisch um. Wir nutzen es während der Aufenthalte in den Städten.

Jetzt könnte man meinen, wir fahren Richtung Osten und daher wird die Uhr kontinuierlich immer wieder eine Stunde nach vorne gestellt, sodass es immer zu einer ähnlichen Zeit hell und dunkel wird. Dem ist jedoch nicht so. Die Zeitzonen sind nämlich nicht nach der natürlichen Uhrzeit über die Erdkugel verteilt. Die nationalen Regierungen legen jeweils selbstständig fest, welche Zeitzone gelten soll. Natürlicherweise würde alle 15 Längengrade die Zeitzone wechseln. Innerhalb Russlands wechselten wir aber zum Beispiel vor unserem ersten Stopp gleich zwei Zeitzonen, womit es in Jekaterinburg wieder viel länger hell war.

Auf der Fahrt von Russland in die Mongolei und weiter nach China fahren wir nach Südosten. Also müsste sich die Uhrzeit weiter verschieben. Die Uhr wurde aber wieder eine Stunde zurück gestellt, wir haben jetzt also wieder eine Stunde weniger Zeitverschiebung zu Deutschland. China hat nämlich einfach im gesamten Land nur eine Zeitzone. Das führt dazu, dass ganz im Westen die Sonne nicht mittags, sondern erst am Nachmittag um 15 Uhr am steilsten am Himmel steht und es abends gemessen an der Uhrzeit drei Stunden länger hell ist. Und im Osten, wo Peking liegt, wird es im Vergleich zu Russland wieder viel früher dunkel.

Die Frage, wieviel Uhr ist es, war daher definitiv auf dieser Reise recht kompliziert und nur zusammen mit dem Ort eindeutig zu beantworten.

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